Dossier Analytische Arbeitsweise

Die Analyse-Linse: Von Hypothesenräumen zu kausaler Klarheit.

In Strafverfahren, internen Ermittlungen und Luftfahrtkrisen ist die Lage selten klar. Es gibt viele Stimmen und Meinungen, unterschiedliche Interessen und Machtlinien, technische, organisatorische und menschliche Faktoren – und oft erheblichen Zeitdruck.

Meine Antwort darauf ist eine bewusst analytische Arbeitsweise, die ich als Analyse-Linse bezeichne: ein Denkrahmen, mit dem komplexe Lagen systematisch von der Herkunft des Problems bis zu realistischen Handlungsoptionen strukturiert werden.

Dieses Dossier beschreibt, wie diese Analyse-Linse funktioniert und wie ich sie in meiner täglichen Arbeit als Rechtsanwalt und strategischer Krisenanalyst einsetze.

Die Grundidee der Analyse-Linse

Die Analyse-Linse ist kein technisches Tool, sondern ein gedanklicher Rahmen mit drei Kernfragen:

Statt einen Fall nur entlang der Zeitachse („Zuerst passierte A, dann B, dann C“) zu betrachten, ordne ich ihn entlang von Kausalsträngen:

Ein zentraler Teil meines persönlichen Arbeitsstils ist dabei die Fähigkeit, nicht-linear über mehrere Kausalstränge auf mehreren logischen Ebenen gleichzeitig zu denken. Ich kann operative, taktische, strategische, psychologische und kausale Elemente parallel im Blick behalten und aus diesen Ebenen heraus Zusammenhänge sichtbar machen, die sonst verborgen bleiben würden.

Diese Kausalketten werden in fünf Ebenen betrachtet.

Die fünf Ebenen der Analyse

1. Operative Ebene

Hier geht es um das ganz Konkrete:

Beispiele:

2. Taktische Ebene

Die taktische Ebene betrachtet Muster und typische Vorgehensweisen:

Beispiele:

3. Strategische Ebene

Die strategische Ebene fragt nach Zielen und Interessen:

Beispiele:

4. Psychologische Ebene

Ohne Psychologie ist keine Lage vollständig:

Beispiele:

5. Kausale Ebene

Auf der kausalen Ebene geht es um die eigentlichen Ursache–Wirkungs-Ketten:

Hier werden die Erkenntnisse der vier anderen Ebenen verdichtet, bis klar wird:

Backward & Forward: Herkunft und Verläufe

Backward Causality – der Weg zurück

Von der heutigen Lage aus rückwärts:

Ziel ist eine rekonstruierte Kausalgeschichte, die belastbar ist – nicht nur erzählt.

Forward Risk Architecture – der Blick nach vorn

Von der heutigen Lage aus vorwärts:

Aus dieser Vorwärtsanalyse entsteht eine Entscheidungsarchitektur:

Hypothesenräume statt Tunnelblick

Ein zentrales Element der Analyse-Linse ist die Arbeit mit Hypothesenräumen:

So wird vermieden, dass man sich zu früh auf eine „Lieblingsgeschichte“ festlegt – sei es die der Ermittlungsbehörden, des Unternehmens oder der Öffentlichkeit.

Die Analyse-Linse sorgt dafür, dass Hypothesen:

Anwendung in meinen Arbeitsfeldern

Die Analyse-Linse ist der gemeinsame gedankliche Rahmen in meinen drei Hauptfeldern: Strafrecht, Internal Investigations und Aviation Crime & Crisis.

Strafrecht

Im Strafrecht nutze ich die Analyse-Linse, um aus Aktenbergen und widersprüchlichen Aussagen eine tragfähige Verteidigungsstrategie zu entwickeln:

  • Welche Version der Ereignisse ist kausal plausibel?
  • Welche Beweise stützen oder erschüttern diese Version wirklich?
  • Welche Alternativhypothesen müssen offen gehalten werden?

Ergebnis sind Strategien, die auf Kausalität statt auf Lautstärke beruhen.

Internal Investigations

In internen Ermittlungen hilft die Analyse-Linse:

  • interne Politik, Narrative und Eigeninteressen von belastbaren Befunden zu trennen,
  • Hypothesenräume so zu gestalten, dass auch unbequeme Varianten geprüft werden,
  • Berichte zu erstellen, die vor Aufsichtsrat, Prüfungsausschuss oder Behörden bestehen.

Je komplexer ein Unternehmen und je sensibler der Sachverhalt, desto wichtiger ist eine klar dokumentierte kausale Herleitung der Ergebnisse.

Aviation Crime & Crisis

In Luftfahrtkrisen bringt die Analyse-Linse:

  • technische, operative, regulatorische, wirtschaftliche und politische Faktoren in eine gemeinsame Struktur,
  • ermöglicht eine realistische Einschätzung von Behörden- und Medienreaktionen,
  • hilft, Lösungen zu entwickeln, die juristisch, operativ und diplomatisch tragfähig sind.

Besonders dort, wo mehrere Staaten, Behörden und Rechtsordnungen involviert sind – und Menschen faktisch als Druckmittel festgehalten werden –, verhindert sie, dass Entscheidungen aus kurzfristigem Druck heraus getroffen werden.

Was diese Methode nicht ist

Die Analyse-Linse ist kein Allheilmittel – und sie ist bewusst nicht „esoterisch“ oder mathematisch überhöht.

Sie ist ein Arbeitsrahmen, der:

Sie ersetzt nicht die Verantwortung des Mandanten – sie macht diese Verantwortung aber klarer und tragfähiger.

Was Mandant:innen konkret davon haben

Für Mandant:innen – ob als Einzelperson, Unternehmen oder Organisation – bedeutet diese Arbeitsweise:

Die Analyse-Linse ist damit das Denkskelett meiner Arbeit – unabhängig davon, ob ich im Einzelfall als Strafverteidiger, als Begleiter interner Ermittlungen oder in einer Luftfahrtkrise mandatiert werde.

Kontakt

Wenn Sie dieses Dossier lesen, überlegen Sie vielleicht, ob Ihre eigene Lage von einer solchen analytischen Sicht profitieren würde – sei es in einem Strafverfahren, in einer internen Ermittlung oder in einer Luftfahrtkrise.

Gern stehe ich für ein vertrauliches Orientierungsgespräch zur Verfügung – telefonisch, per Video oder persönlich.

Kontakt:
E-Mail: martin@heynert.com
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